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„Ich habe nie einen Juden getötet“

Vorträge, Filme, Arbeitsaufträge, Diskussionen… zum Thema Holocaust? Nein.
Mehr als 90 Schüler  der dritten und vierten Klassen der HTL und Fachschule Perg erlebten am Aschermittwoch einen besonderen Theatervormittag und eine andere Form des Geschichteunterrichtes in der ÖTB-Halle Perg. Franz Froschauer spielte im Stück: „Eichmann“  von Rainer Lewandowski den scheinbar gewissenlosen „Hauptmanager“  des Holocausts Adolf Eichmann. Ein nüchternes, sparsames Bühnenbild. Keine unnötigen Requisiten. Ein einfacher Schreibtisch genügt. Franz Froschauer liest aus den Vernehmungsprotokollen.   „ Nicht schuldig“, „Nur das Beste gewollt“, „Meine Pflicht erfüllt“, „ Was hätte…..“.
Der Chor bildet das Gegenstück. Schonungslos, detailliert  werden die Verbrechen auch  als Folgen des Handelns  Eichmanns beschrieben. Adolf Eichmann ein „Schreibtischattentäter“? oder/und  ein karrieregeiler Opportunist, der im und durch das NAZI- Regime etwas BEDEUTSAMES in seinem Leben erreichen wollte?
Der Vormittag machte betroffen und nachdenklich.  Die  Normalität des Unrechts, die Banalität des Bösen (Hannah Arendt), die Käuflichkeit des Menschen („Karriere um jeden Preis“), Vorurteile und Verallgemeinerungen (als Nährboden für Fremdenhass)  werden als zeitlose und aktuelle Herausforderungen in 80 Minuten  „Theater“  zur Diskussion gestellt.
Geschichteunterricht – wie er sein sollte. Nicht nur für junge Menschen.